Gegen den SC Freiburg hilft kein Jammern


Mehrere Verletzte beim 1. FC Union : Gegen den SC Freiburg hilft kein Jammern

Der 1. FC Union bangt vor dem Spiel um den Einsatz von Grischa Prömel und Loris Karius. Doch mittlerweile können die Berliner solche Ausfälle kompensieren.




Unangenehmes Duo: Robert Andrich (links) und Grischa Prömel (rechts) bildeten zuletzt das zentrale Mittelfeld bei Union. Nun könnte Prömel ausfallen.
Unangenehmes Duo: Robert Andrich (links) und Grischa Prömel (rechts) bildeten zuletzt das zentrale Mittelfeld bei Union. Nun…Foto: Guido Kirchner/dpa

Für Urs Fischer war die Veranstaltung als klarer Erfolg zu werten. Knapp 20 Minuten stand der Trainer des 1. FC Union Berlin am Donnerstag vor den Journalisten und es wurde keine einzige Frage über das Torwartduell zwischen Andreas Luthe und Loris Karius oder über die Abendgestaltung von Max Kruse gestellt. Nach dem Unentschieden auf Schalke am vergangenen Spieltag war das noch ganz anders gewesen und Fischer, sonst kaum aus der Ruhe zu bringen, hatte sichtlich genervt auf die wiederholten Nachfragen reagiert.

Zumindest das Torwartthema ruhte bei der Pressekonferenz aber aus einem Grund, der dem Schweizer Trainer nicht wirklich gefallen dürfte. Denn Karius musste das Training am Mittwoch abbrechen und fehlte am Donnerstag. Im Heimspiel am Samstag im Stadion An der Alten Försterei gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr, live bei Sky) wird somit erneut Luthe im Tor stehen – das wäre allerdings auch ohne Karius‘ Probleme die wahrscheinlichste Variante gewesen.

Besonders glücklich ist die Trainingswoche der Berliner nicht gelaufen. Neben Karius musste mit Jakob Busk auch die etatmäßige Nummer drei im Tor verletzungsbedingt kürzer treten. Dazu droht mit Grischa Prömel ein Stammspieler im zentralen Mittelfeld aufgrund muskulärer Probleme auszufallen. Der aus Freiburg ausgeliehene Innenverteidiger Nico Schlotterbeck und Stürmer Anthony Ujah fehlen ohnehin schon länger verletzt.

Dass Fischer über die personellen Probleme nicht groß jammert, liegt zum einen an seiner pragmatischen Art. Ändern kann er es ohnehin nicht, wieso also unnötige Energien verschwenden? Zum anderen liegt es aber auch an den vorhandenen Alternativen. Denn ein deutlicher Qualitätsverlust ist, solange sich nicht auch noch Torwart Luthe verletzt, nicht zu erwarten.

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Manager Oliver Ruhnert ist es mit Unions begrenzten Mitteln gelungen, einen Kader zusammenzustellen, der zwar etwas kleiner ist als in der Vorsaison, aber gut ausbalanciert wirkt. Selbst auf der am dünnsten besetzten Position im zentralen Mittelfeld lässt sich zumindest ein Ausfall kompensieren. So geschehen während der Wadenverletzung von Christian Gentner, die er sich am ersten Spieltag zugezogen hatte und die ihn zwei Begegnungen verpassen ließ. Nun dürfte der Routinier wieder in die Startelf rücken und dort Prömel ersetzen. „Auf Schalke waren das wichtige Minuten für ihn und er ist sicher eine Alternative für Samstag“, sagte Fischer über Gentner.

Spannend wird sein, mit welcher Abwehrformation Union ins Spiel gehen wird. In der vergangenen Saison, als die Berliner zwei der drei Spiele gegen den Sport-Club gewannen, setzte Fischer stets auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Beim guten Auftritt in Gelsenkirchen verteidigte Union am vergangenen Sonntag hingegen mit vier Spielern in der letzten Reihe.

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Das ermöglichte es in Verbindung mit der Doppelsechs Prömel/Andrich, vier vornehmlich für das Angreifen zuständige Spieler aufzustellen. Die Taktik funktionierte gegen Schalke insgesamt gut, auch wenn von Sheraldo Becker, Marius Bülter, Max Kruse und Joel Pohjanpalo selbst nicht die größte Torgefahr ausging. Stellt Fischer hingegen um und beordert Florian Hübner als dritten Innenverteidiger in die Startformation, muss einer der Offensiven weichen.

In die Karten gucken in Bezug auf die Formation ließ sich der 54 Jahre alte Schweizer mal wieder nicht. „Wir haben beide Systeme immer wieder gespielt und das hat auch nichts zu tun mit dem Ausfall von Nico Schlotterbeck“, sagte Fischer. Selbst als Quelle für Insider-Informationen wird der verletzte Innenverteidiger wohl nur von begrenztem Nutzen sein. „Beide Mannschaften wissen, was sie erwartet“, sagte Fischer. Schließlich hat auch Freiburg einen Insider: Keven Schlotterbeck, Bruder von Nico und sein Vorgänger als Freiburger Leihspieler bei Union.


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