Michel Houellebecq in „Rumby Therapy“: Schriftsteller dreht eine Komödie

Eigentlich macht er mit Romanen von sich reden. Nun allerdings hat Frankreichs bekanntester und umstrittenster Autor das Metier gewechselt: Michel Houellebecq steht als Schauspieler vor der Kamera – und zwar in einer Komödie.

Wie „Variety“ berichtete und seine Künstleragentur auf Instagram bestätigte, soll der Schriftsteller im Film „Rumba Therapy“ mitwirken. Seine Figur wird als Arzt mit trockenem Humor beschrieben. Auf Fotos, die die Agentur teilte, sieht man den 64-jährigen Schriftsteller in einem weißen Kittel.

In der Komödie geht es um den Mittfünfziger Tony, der sich auf die Suche nach seiner Tochter macht, um sich ihr wieder anzunähern. Diese arbeitet allerdings als Tanzlehrerin – und Tony hasst Tanzen. Allerdings meldet er sich dennoch für ihren Unterricht an. Wann und wie der von Houellebecq verkörperte Arzt auftaucht, ist bisher nicht bekannt. Neben Franck Dubosc, der Tony verkörpert, und Louna Espinosa, die dessen Tochter gibt, stehen Marie-Philomène Nga und Jean-Pierre Darroussin auf der Besetzungsliste.

Mit Depardieu in der Wellnessoase

Für Houellebecq ist es nicht die erste Schauspielerfahrung. Der Autor spielte bereits sich selbst als Entführungsopfer in „Die Entführung des Michel Houellebecq“ von Guillaume Nicloux. In dessen Fortsetzung „Thalasso“, die auch Nicloux inszenierte, verzog sich Houellebecq neben dem Schauspieler Gérard Depardieu in eine Wellnessoase. Die beiden improvisierten zu großen Teilen Dialoge über Gott (tatsächlich) und die Welt.

Houellebecq gilt als einer der erfolgreichsten und international bekanntesten Schriftsteller Frankreichs, zugleich aber als einer der polemischsten. In seinem Roman „Unterwerfung“ beschrieb er ein Frankreich unter der Herrschaft radikaler Muslime; das Buch erschien ausgerechnet am Tag des islamistischen Anschlags auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er sein letztes Buch „Serotonin“. Der Roman über die Hoffnungslosigkeit in ländlichen Regionen Frankreichs schien die Proteste der „Gelbwesten“ vorwegzunehmen.

Icon: Der Spiegel

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